Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Erfahrungsbericht (Fahrzeug) JK aus Baujahr 2007 mit HVO100 betankt
#3
Hallo Tom

Hab mal die KI gefragt. 
Das war die Antwort - ob sie stimmt kann ich nicht zu 100% sagen. Aber besser als nix

Kurzfassung: HVO100 hat deutlich geringere Lösemitteleigenschaften als PME/FAME und greift klassischen Gummi wesentlich weniger an. Ganz „neutral“ ist es aber nicht.
Details:
  • Chemie:
    • HVO100 besteht aus paraffinischen Kohlenwasserstoffen (ähnlich sehr reinem, schwefelarmem Diesel).
    • PME/FAME sind Ester → polar → ausgeprägte Löse- und Quellwirkung auf viele Elastomere.
  • Dichtungen und Schläuche:
    • Die typischen Probleme von PME (Aufquellen, Versprödung, „wachsig-schmierige“ Oberfläche bei NBR-Gummi) treten bei HVO nicht oder deutlich schwächer auf.
    • HVO gilt als materialschonender als FAME, insbesondere gegenüber NBR, Naturkautschuk und alten Mischgummis.
  • Reinigungs-/Lösewirkung im System:
    • HVO hat eine milde Reinigungswirkung, ähnlich sehr sauberem Diesel.
    • In alten Kraftstoffsystemen können alte Ablagerungen gelöst werden → verstopfte Filter nach Umstellung sind möglich (bekannt auch von schwefelarmem Diesel).
    • Das ist keine aggressive Lösungsmittelwirkung, sondern eher „sanft spülend“.
  • Schmierfähigkeit:
    • Reines HVO hat geringere Schmierfähigkeit als fossiler Diesel oder FAME-haltige Kraftstoffe.
    • An der Zapfsäule wird HVO100 deshalb additiviert, um die EN-15940-Grenzwerte einzuhalten. Ohne Additive wäre das kritisch für ältere Einspritzsysteme.
  • Erfahrungen aus Italien / Skandinavien:
    • Langjährige Nutzung zeigt keine PME-typischen Gummischäden.
    • Probleme, wenn sie auftreten, betreffen eher alte Ablagerungen oder ungeeignete Additivierung, nicht Gummiauflösung.
Fazit:
Nein, HVO100 ist kein „verstecktes Lösungsmittel“ wie PME/FAME. Es löst Gummi nicht vergleichbar an und verursacht nicht die typischen wachsig-schmierigen Effekte. Das realistische Risiko bei älteren Fahrzeugen ist eher Filterverstopfung durch gelöste Altablagerungen, nicht Materialzerfall der Dichtungen.

Was bedeutet das für uns in der "Praxis"?

Wenn man häufiger HVO tankt, sollte man den Dieselfilter zeitnaher wechseln, da sich uU alte Ablagerungen im Kraftstoffsystem lösen könnten.

Da inzwischen selbst dem normalen Diesel in nicht unerheblichem Maße (ca 7%) "Biokraftstoffe/FAME" - also nicht fossile Bestandteile zugemischt werden - ist diese Vorsorge/Wartung sinnvoll.
   
Ich empfehle so wie so bei jedem zweiten Ölwechsel den Dieselfilter mit zu wechseln.

Der Filter kostet nur minimal und ist im Vergleich zu anderen Fahrzeugen sehr schnell und problemlos gewechselt.

Falls sich jemand wundert warum seit einiger Zeit die Filter so dunkel bis teilweise schwarz aussehen...
Hinweis: Wenn ich Reparatur so gemacht habe, dann ist das meine persönliche Sache - ich übernehme keinerlei Haftung wenn ein anderer das auch so macht.

Allzeit gute Fahrt und beste Grüße
Hardy
GJK 2.0 DCI Handschalter aus 2007 mit über 450tKM
JK03 -- 2.0 dci—M9R-760 -- 173 PS Diesel -- 3333-AJX
Gearbox type and suffix PK4005
Zitieren Nach oben zum 1.Beitrag to top


Nachrichten in diesem Thema
RE: JK aus Baujahr 2007 mit HVO100 betankt - von Hardy - 16.01.2026, 10:38



Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste