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Erfahrungsbericht (Fahrzeug) JK aus Baujahr 2007 mit HVO100 betankt
#1
Moin zusammen

An einigen Tankstellen gibt´s inzwischen HVO100 bzw XTL oder renewable Diesel genannt
Kostet ca. 10 Cent mehr pro Liter

- HVO: klar, fast geruchlos, fließt auch bei tieferen Temperaturen gut (kein Kaltflussproblem wie bei Rapsmethylester / Biodiesel)

- ist ein synthetischer, erneuerbarer Dieselersatz mit höherer Cetanzahl, praktisch schwefelfrei, paraffinisch, emissionsärmer und stabiler, während fossiler Diesel aromatische Bestandteile und Schwefel enthält und stärker zur Rußbildung neigt.

-  HVO100 reduziert Rußbildung deutlich ist daher vermutlich schonender für den DPF

Meine Diva läuft mit HVO100 gefühlt noch besser und ruhiger - kann ich empfehlen

Offiziell ist HVO100 natürlich nicht für den JK freigegeben - logisch weil ja damals noch nicht am Markt
 
Hinweis: Wenn ich Reparatur so gemacht habe, dann ist das meine persönliche Sache - ich übernehme keinerlei Haftung wenn ein anderer das auch so macht.

Allzeit gute Fahrt und beste Grüße
Hardy
GJK 2.0 DCI Handschalter aus 2007 mit über 450tKM
JK03 -- 2.0 dci—M9R-760 -- 173 PS Diesel -- 3333-AJX
Gearbox type and suffix PK4005
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#2
Hat es Lösemitteleigenschaften? Das verschweigen die Marketing-fuzzies nur zu gerne. 
War bei pme auch ein Thema und löste definitiv normalen Gummi an. Das wurde .ist der Zeit wachsig schmierig. 

In Italien ist das Zeug schon länger quasi flächendeckend erhältlich.
-- 
Tom
Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen

seit 07/2024 2003er Seat Toledo 1M 77 kW
seit 08/2023 2006er Citroën C2 J HFX 44 kW
seit 05/2023 2013er Mazda CX-5 2.2D AWD 127 kW
seit 11/2022 2015er Smart forfour passion 66 kW
05/2015 bis 07/2023 2004er Premacy 2.0 Sportive, 96 kW
seit 07/2010 2000er Knaus Cheers 1500 kg zGG 0 kW
04/2009 bis 05/2023 2006er Renault Grand Espace Dynamique 2.0 dCi 110 kW JK04D6
08/2007 bis 05/2015 2000er 626GF 1.9, 74 kW
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#3
Hallo Tom

Hab mal die KI gefragt. 
Das war die Antwort - ob sie stimmt kann ich nicht zu 100% sagen. Aber besser als nix

Kurzfassung: HVO100 hat deutlich geringere Lösemitteleigenschaften als PME/FAME und greift klassischen Gummi wesentlich weniger an. Ganz „neutral“ ist es aber nicht.
Details:
  • Chemie:
    • HVO100 besteht aus paraffinischen Kohlenwasserstoffen (ähnlich sehr reinem, schwefelarmem Diesel).
    • PME/FAME sind Ester → polar → ausgeprägte Löse- und Quellwirkung auf viele Elastomere.
  • Dichtungen und Schläuche:
    • Die typischen Probleme von PME (Aufquellen, Versprödung, „wachsig-schmierige“ Oberfläche bei NBR-Gummi) treten bei HVO nicht oder deutlich schwächer auf.
    • HVO gilt als materialschonender als FAME, insbesondere gegenüber NBR, Naturkautschuk und alten Mischgummis.
  • Reinigungs-/Lösewirkung im System:
    • HVO hat eine milde Reinigungswirkung, ähnlich sehr sauberem Diesel.
    • In alten Kraftstoffsystemen können alte Ablagerungen gelöst werden → verstopfte Filter nach Umstellung sind möglich (bekannt auch von schwefelarmem Diesel).
    • Das ist keine aggressive Lösungsmittelwirkung, sondern eher „sanft spülend“.
  • Schmierfähigkeit:
    • Reines HVO hat geringere Schmierfähigkeit als fossiler Diesel oder FAME-haltige Kraftstoffe.
    • An der Zapfsäule wird HVO100 deshalb additiviert, um die EN-15940-Grenzwerte einzuhalten. Ohne Additive wäre das kritisch für ältere Einspritzsysteme.
  • Erfahrungen aus Italien / Skandinavien:
    • Langjährige Nutzung zeigt keine PME-typischen Gummischäden.
    • Probleme, wenn sie auftreten, betreffen eher alte Ablagerungen oder ungeeignete Additivierung, nicht Gummiauflösung.
Fazit:
Nein, HVO100 ist kein „verstecktes Lösungsmittel“ wie PME/FAME. Es löst Gummi nicht vergleichbar an und verursacht nicht die typischen wachsig-schmierigen Effekte. Das realistische Risiko bei älteren Fahrzeugen ist eher Filterverstopfung durch gelöste Altablagerungen, nicht Materialzerfall der Dichtungen.

Was bedeutet das für uns in der "Praxis"?

Wenn man häufiger HVO tankt, sollte man den Dieselfilter zeitnaher wechseln, da sich uU alte Ablagerungen im Kraftstoffsystem lösen könnten.

Da inzwischen selbst dem normalen Diesel in nicht unerheblichem Maße (ca 7%) "Biokraftstoffe/FAME" - also nicht fossile Bestandteile zugemischt werden - ist diese Vorsorge/Wartung sinnvoll.
   
Ich empfehle so wie so bei jedem zweiten Ölwechsel den Dieselfilter mit zu wechseln.

Der Filter kostet nur minimal und ist im Vergleich zu anderen Fahrzeugen sehr schnell und problemlos gewechselt.

Falls sich jemand wundert warum seit einiger Zeit die Filter so dunkel bis teilweise schwarz aussehen...
Hinweis: Wenn ich Reparatur so gemacht habe, dann ist das meine persönliche Sache - ich übernehme keinerlei Haftung wenn ein anderer das auch so macht.

Allzeit gute Fahrt und beste Grüße
Hardy
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#4
Vertragen Diesel-Oldtimer HVO 100?

Ein interessanter Artikel aus dem Magazin "kfz-betrieb"  08.01.2026  Von Steffen Dominsky   

Interessant fand ich insbesondere:

- Als letztes Land in der EU (!) hat Deutschland im April 2024 eine Verwendung von reinem HVO (HVO100) zugelassen.

- Die Preise für HVO100 schwanken ähnlich wie bei Dieselkraftstoff. Der Mehrpreis gegenüber fossilem Diesel liegt in Deutschland aktuell üblicherweise bei 5 bis 20 ct/Liter. Infolge der steigenden CO2-Abgaben auf fossilen Diesel könnte die Preisdifferenz in Zukunft sinken. Im EU-Ausland wird HVO100 aufgrund anderer Besteuerung bereits heute teilweise preisgleich oder sogar günstiger als fossiler Diesel angeboten.

- Die wesentlichen betriebsrelevanten Parameter von HVO100 unterschreiten nicht die Spezifikation von fossilem Dieselkraftstoff. Aus Deutschland und dem EU-Ausland, wo HVO100 zum Teil schon seit mehreren Jahren frei verkauft wird, sind keine kraftstoffbedingten Motorschäden bekannt.
Hinweis: Wenn ich Reparatur so gemacht habe, dann ist das meine persönliche Sache - ich übernehme keinerlei Haftung wenn ein anderer das auch so macht.

Allzeit gute Fahrt und beste Grüße
Hardy
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#5
Ich habe ebenfalls einen 2007er JK (173 PS 2.0 dCi) und fahre seit gut 2.000 km HVO100. Der Motor läuft wirklich viel geschmeidiger, gerade beim morgendlichen Kaltstart. Im unteren und mittleren Drehzahlbereich ist der Motor deutlich kräftiger, er hängt auch besser am Gas.

Beim Tanken fällt schon auf, dass die Zapfpistole nicht von einer öligen Schicht überzogen ist. Und dass HVO100 nicht bzw. kaum riecht, merkt man auch sogleich. 

Die positiven Dinge kann ich also nur bestätigen.

Der Kraftstoffverbrauch scheint leicht höher zu liegen - angeblich regeneriert sich der DPF mit HVO100 weniger, so dass es auf längere Sicht verbrauchstechnisch keinen Unterschied geben soll. Mal abwarten. Wobei Verbrauchsvergleiche schwierig sind: ich ertappe mich dabei, "rasanter" zu fahren, weil der Motor eben besser am Gas hängt und mehr "Fahrspaß" (in "" deswegen, weil es halt ein schwerer Diesel ist und bleibt) bietet. 

Gruß,
Florian
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#6
Irgendetwas muss mit hvo sein, denn sonst wären Freigaben der Motoren- und Treibstoffkomponentenhersteller nicht nötig? 
Oder das Zeug ist nicht standardisiert. 
Andererseits lief hier ein platzda mit standardisierten E10 jahrelang ohne irgendwelche Probleme obwohl bis heute keine Freigabe. Ist dann offenbar mehr ein Haftungsding und Hersteller sparen sich die Kosten der Erprobung. Money rulez. 
-- 
Tom
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