Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
JK Vordere Bremse Bremsscheibe Bremssattelträger
#2
Du schreibst "flattern". Weites Feld.
Wie zu verstehen? Was flattert?
Einfach so während der Fahrt? 
Wie spürbar? Ruckeln am Lenkrad? Ganze Karosse?
Bei bestimmten Geschwindigkeiten? Welche? 

Sind die Vibrationen beim Bremsen weg?
Oder beim beschleunigen?
Beim Bremsvorgang?

Es gibt für jedes Fahrzeug typische, konstruktiv bedingte Geschwindigkeitsbereiche, wo die vorhandnen Teile alle miteinander sich in "Resonanz" befinden, nennt sich Resonanzfrequenz
Das ist die Raddrehzahl je Sekunde, bei welcher dann vorhandene - auch kleinste- Unwuchten selbst bis unendlich verstärken würden, wenn es nicht bedämpft würde.
Der vorzusehende Dämpfungsaufwand ist daher rund um die Resonanzfrequenz besonders. 

Beim JK ist die auf die Fahrgeschwindigkeit umgesetzte Eigenresonanz um 110 km/h für die Vorderachse und um 140 km/h für die Hinterachse.

Zurückgerechnet: Mit Bereifung 225/55 R17 liegt der Abrollumfang um die 2,07 Meter.
110 km/h sind 30,5 Meter je Sekunde, durch Abrollumfang von 2,07 m geteilt beträgt die Resonanzfrequenz der Vorderachse somit um 14,8 Hz.
Die der Hinterachse um 18,8 Hz
Dämpfend wirkt nicht nur der Schwingungsdäpfer (umgangssprachlich flasch Stoßdämpfer) im Federbein. Sondern auch ALLE Gelenke und Gummimetalllager.
Selbst scheinbar unwichtiges wird dann auf einmal als Unwuchterreger wichtig, wie z.B gebrochene Radkappe. Oder Felge mit Schlag wegen Bordsteinrempler. Oder Schlammablagerungen an der Felge. Oder....

Effekt kann auch bei ganzzahligen Vielfache und ganzahlige Teilen davon auftreten (die Harmonischen).
Also auch bei um die 55 km/h (würde dann auf die Vorderachse weisen) oder um 70 km/h (weist dann auf die Hinterachse).

Das Fahrwerk und damit auch Bremsanlage ist -wie sicher bekannt- vom deutlich leichteren Laguna übernommen worden. Kann man machen, wenn die Nachfrage eines neuen Modells schon in der Konzeptphase eher gering sein wird.
Das kommt somit "natürlich" mit den viel schwereren JK weniger gut klar, was sich auch in stärkeren Verschleiss äussert. 

Vorteile: Viele Gleichteile, damit geringe Kosten. In der Konstruktion kein oder nur sehr geringer Adaptionsaufwand.
Kein (kaufmännischer) Vorteil ohne (technische) Nachteile: Nachgiebigleiten in Gelenken, Gummimetallage, Karosse sind so jedoch eher und massiver spürbar.

Bremsscheibenschlag nicht Augenscheinlich vermuten, sondern durch Nachprüfen bestätigen. Oder eben ausschliessen. 
Schon nach dem Einbau, also im montierten Zustand, da gibt es auch eine Checkliste.

Dazu braucht es nicht mehr als eine Meßuhr und einen ebensolchen Halter.

Halter geeignet befestigen, Messuhr ausrichten, an die Scheibe anlegen und Scheibe drehen. Ein Teilstich entspricht 1/100 mm.
An verschiedenen Radien prüfen. ggf. mit Marker auffällige stellen mit Werten markieren.
Auch die Gegenseite, denn auch die Scheibenstärke kann unterschiedlich sein oder werden.
Klar, das ginge auch mit einer Meßschraube.

Berichte.

Den Brembelagträger kannst du so lassen. 
Das ist schon besseres, etwas geschmiedetes. Entrosten ist immer gut, damit die Beläge verschieblich bleiben. Andere Fabrikate nutzen bis heute Edelstahlbleche, das sichert das Geleitverhalten.
Falls jedoch die Beläge wirklich "einrasten" sollten, erst einmal mit Feile darüberziehen. Ggf auch Grate an den Belägen beseitigen. 
Du solltest jedoch immer etwas "Anti-Seize" (zu gut deutsch Gleitmittel) auftragen. Kann die berüchtigte Kupferpaste sein, ist ggf ungünstig für die abs Sensorik. besser -weil elektrochemisch passiv- Keramikpaste oder gleich bei Bremsen (wertfrei) ATE Plastilube auf die Führungsbahnen auftragen. Wenn an den Belägen nicht ohnehin eine Klebepad aufgebracht wurde, kann es auch auf die Berührflächen der Beläge zum Bremssattel und Bremskolben verwendet werden, das mindert mögliches Quietschen.

Was die Bremsscheiben angeht: Die können sich durch Wärmeeinwirkung (normal bei jedem schärferen Bremsvorgang und höheren Geschwindigkeiten) schon verziehen.
Das wäre dann ein Materialproblem, also ein Herstellungs- und/oder Qualitätssicherungsmangel.
Gleiches vermute ich bei einem zugelaufenen 2003er Seat Toledo, der im Juni 2024 neue ATE-Bremscheiben erhielt und jetzt beim leichten Bremsen merklich pulsiert.

Liebe Vorstände: SO macht man sich einen mühsam aufgebauten Namen und Vertrauen darauf selbst kaputt. Oder ist das egal, weil "nach mir die Sintflut"?

Will nicht unken, aber hat die seit geraumer Zeit zu Conti gehörende ATE nicht die Bremscheibenfertigung (das ist letzlich aus Grauguss, das macht bei der Herstellung immer Dreck) letztlich nach irgendwohin verlegt? Oder war das die Geisserei für/von Bosch in Österreich? Eigentliche Hersteller sind jedoch nicht die bekannten. Vieles wird eher sicher als wahrscheinlich aus Niedriglohnländer mit niedrigen bis keinen Umweltauflagen bezogen.

Wie auch immer: die Marke "ATE" ist nur noch ein (Aufklebe)Label.
So wie Telefunken, AEG Grundig, Zündapp usw usf. auch.
-- 
Tom
Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen. Hilfreich?

seit 07/2024 2003er Seat Toledo 1M 77 kW
seit 08/2023 2006er Citroën C2 J HFX 44 kW
seit 05/2023 2013er Mazda CX-5 2.2D AWD 127 kW
seit 11/2022 2015er Smart forfour passion 66 kW
05/2015 bis 07/2023 2004er Premacy 2.0 Sportive, 96 kW
seit 07/2010 2000er Knaus Cheers 1500 kg zGG 0 kW
04/2009 bis 05/2023 2006er Renault Grand Espace Dynamique 2.0 dCi JK04D6
Zitieren Nach oben zum 1.Beitrag to top


Nachrichten in diesem Thema
RE: JK Vordere Bremse Bremsscheibe Bremssattelträger - von treckertom - 30.08.2025, 09:24

Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Instandsetzung Bremse hinten JK Hardy 15 5.008 27.01.2026, 20:03
Letzter Beitrag: xg350
Sad Bremse hinten quietscht Espace2015 14 7.089 26.01.2026, 17:13
Letzter Beitrag: DirkF



Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste