Hallo Manu,
ich versuche das mal einfach, pragmatisch, aber auf die Denkweise achten...
es gibt keine Kälte, es gibt nur viel und wenig Energie - das Kältemittel müßte korrekt eigentlich "Energieabsobtionsmittel" heißen
Fakten:
der Druck liegt bei 17bar und ist damit absolut im grünen Bereich und primär ist nur der Druck entscheidend, da er ausschlaggebend ist, wie gut / fein / effizient das Kältemittel zerstäubt wird
wäre zu wenig Kühlmittel im System, würde der Druck nicht so hoch steigen - trotzdem wäre der Druck bei abgeschaltetem System interessant!
wäre der Kompressor kaputt, würde der Druck auch nicht so hoch steigen
die Temperatur hinter dem Verdampfer liegt bei gemessen 15-20°C ? - sry unsaubere Angabe von dir, das Verhältnis zu irgendwas ist erst einmal egal, was sagt dir Clip über die Verdampfertemperatur?
damit haben wir den Teil mit den Fakten schon durch
die Temperatur am Verdampfer ist demnach wohl zu hoch - sie sollte bei absolut 2-5° liegen, damit sie, trotz der langen Luftschächte, beim Austritt im Fahrgastraum noch etwa die 9-10° Nennleistung hat - niedriger würde bedeuten, daß der Verdampfer schon einfriert, da der Meßpunkt hinter dem Verdampfer liegt und nicht in im, ist die gemessene Temperatur also immer höher, als die des Verdampfers real ist - würde er einfriere, würde dadurch der Luftstrom aber abgewürgt werden und wäre mechanisch dicht
ausreichend Luft strömt aber jederzeit aus den Düsen?
"10-15 unter Außentemperatur 30°" wären in deinem Fall dann lediglich 15-20° real in Clip angezeigt?, direkt hinter dem Verdampfer gemessen - was zeigt Clip dir an? - also die Werte des Fühlers, der hinter dem Verdampfer im Luftstrom sitzt
demnach ist die Kühlleistung am Verdampfer zu gering - entweder ist der mechanisch verdreckt, so daß nicht genug Luft hindurchströmt für einen ausreichenden Energietransfer - dann würde aber generell nicht genug Luft im Fahrgastraum ankommen, da
alles an Luft
immer über den Verdampfer läuft (würdest du merken, wenn aus der Lüftung kein Wind mehr kommt), oder es liegt an der Expansion / Zerstäubung des Kühlmittels - nur bei einer ausreichenden Änderung des Aggregatzustands von flüssig zu gasförmig kann das Kältemittel genug Energie binden und damit die Temperatur seiner Umgebung entziehen -
in physikalischer Denke gibt es keine Kälte, es gibt nur Wärme! - viel freie Energie = viel Wärme und umgekehrt - einfach mal so im Kopf behalten, daß beim absoluten Tiefstpunkt der Temperatur -273,15° Celsius oder 0° Kelvin einfach nur keine freie Energie zur Verfügung steht - Energie (Wärme) ist im Überschuß vorhanden, oder eben nicht, was wir als Wärme bezeichnen ist also lediglich ein Energieüberschuß
demnach haben wir einen zu geringen Energietransfer von der energiegeladenen Außenluft (über das Gebläse und den Verdampfer) an die Klimaanlage - diese produziert keine Kälte (die es ja nicht gibt), sondern sie absorbiert Energie, die sie vorne am Kondensator wieder an die Umgebungsluft abgibt
einfache Diagnose: demnach stimmt also lediglich der Energietransfer deiner Anlage nicht
bleigt die Frage warum:
der Logik nach kann dein Kältemittel beim Verdampfen nicht genug Energie aufnehmen - keine Zerstäubung kein Transfer...
was verhindert eine effiziente Zerstäubung?
zu geringer Druck - der ist aber angeblich da, scheidet damit aus
ein verdrecktes Expansionsventil
ein Bypass an selbigem (O-Ring) - fließt das Kältemittel in flüssiger Form an der Düse vorbei, zerstäubt es nicht und nimmt keine Energie auf...
daher würde ich den Fehler vorerst dort vermuten
aber das alleine wäre zu einfach - es besteht auch die Möglichkeit, daß der Kompressor nach einer gewissen Zeit vom System abgeschaltet wird - heißt für dich, abklären wie der Druck ist, wenn die Leistung nachläßt, wie ist die Verstellung des Kompressors zu diesem Zeitpunkt? das System kann die Pumpleistung und damit den Druck reduzieren
du sagtest ja, Anlage kühlt anfangs, dann nicht mehr - also möglicher Druckverlust nach Anlaufphase wäre zu klären - wenn ein Druckabfall da ist, stellt sich die Frage warum
gibt es hingegen keinen Druckabfall, rückt die Düse noch mehr in den Fokus
gibt es einen Druckabfall, beginnt die Zeit der langen Gesichter und des Rätselratens
wenn der Druck vom funktionierenden Kompressor hoch genug gegen eine verdreckte Düse aufgebaut wird, bläst irgendwann die Dichtung (O-Ring) zwischen Düsenkörper und Rohrwand durch - der Druck muß schlußendlich irgendwohin...
am O-Ring wird das Kältemittel aber eher in flüssiger Form durchsauen - damit sind wir wieder oben beim Aggregatzustand und der Energieaufnahme...
heißt für dich: erst einmal Druck und Temperatur in Verbindung zum Zeitpunkt prüfen, das sollte dich weiterbringen
Druck /Temperatur im abgeschalteten Zustand?
Druck / Temperatur bei anlaufendem System, wenn es noch ausreichend kühlt?
Druck / Temperatur, wenn es nicht mehr ausreichend kühlt?
ist der Druck zu gering, wie ist in dem Moment die Verstellung des Kompressors? in Clip: 0% ist max Leistung, 100% ist max Verstellung und damit min Kühlleistung!
und laß das erst einmal mit der Tauscherei ohne konkreten Plan, du baust nur zusätzliche Baustellen ein - an O-Ringen kommt vorerst nur die Dichtung zwischen Düsenkörper und innerer Rohrwandung in Betracht
Gruß
Michael