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Innenraumlüfter funktioniert nicht mehr
#15
(20.12.2025, 11:03)Klein.le schrieb:
  • Ausbau der Platinen zeigte, dass beide Temperaturfühler lose im Kühlkörper steckten, keine Wärmeleitpaste
  • Mosfets kann ich nicht sicher auf Funktion prüfen (Multimeter von BEHA),  nur so viel ,  dass sich alle vier gleich verhalten und Diodenprüfung den Wert 0,49 V zwischen Masse und Diode anzeigt
  • Temperaturfühler (hier ist kein Aufdruck vorhanden,  Leistung, Hersteller) haben bei Zimmertemperatur keinen Durchgang, auch durch Erwärmen auf ca. 50* C keine Änderung -->  nach Beiträgen zur Thematik sollen hier Widerstandswerte auftreten 

Meine Mutmaßung fokussiert sich auf defekte Temperaturfühler, sind nur Centartikel, leider ist kein Aufdruck, auch unter Mikroskop, vorhanden. 
Die Mosfets können lt. Literatur 170* C vertragen,  also sollte die max Schalttemperatur der Temperaturfühler ca. 150*C betragen.
Ob flink oder träge, welche Schaltleistung, Öffner oder Schließer gilt es noch herauszufinden.  
Hat jemand hierüber weiterführende Informationen ? 

Besten Gruß Helmut

Mosfet prüfen mit Multimeter: Siehe dort.
Oder -etwas launisch geschrieben und mit nicht wenig notwendigen Hintergrundwissen- etwas mehr Prüfgedöns.

Datenblatt hast du sicher schon gefunden, dann weisst du auch wie Anschlüsse G(ate), S(ource) und D(rain) sind.
Oder das, damit nicht umständlich herumgeklickt werden muss:
   
Oben im Schaltzeichen sieht das so aus, als wen es keine verbindung zwischen Gate und Source, Drain gibt. 
Dem ist auch so. So wie bei Elektronenröhren auch. Nur ist der Abstand in FET vieeel geringer als ein Haar.
Stark vereinfacht: Eine am Gate angelegte Spannung erzeugt einen Schluss zwischen Source und Drain. Das ist der Feldeffekt.

Vorsicht: Weil der isoliernde Abstand so gering ist und so gut wie keine Stromstärke nötig wird, sind frei herumliegende FET-Bauteile mit freien Anschlüssen (immer noch) empfindlich gegen elektrostatische Aufladungen. 
Insbesondere das Gate gegen den Rest und umgekehrt, s.O.
Ist zwar durch geeignete, interne Schutzeinrichtungen nicht mehr soooo dramatisch wie noch in den 1970/1980er Jahre, aber immer noch zutreffend. 
Am besten in leitfähigen Schaumstoff oder in Alufolie lagern. Vor der Entnahme die Verpackung mit sich selbst oder den anderen Elemneten "kurzschliessen". Kein Scherz.
Mit ausreichend hoher Elektrostatik-Ladung lassen sich die Feldeffekt-Bauteile immer noch unbemerkt sofort "himmeln". Also nicht "einfach so" anfassen. Sondern sich vorher geeignet erden. 
Elektrostatische Aufladungen vermeiden: erhöhte Luftfeuchte, Keine Gummisohlen, keine synthetikfaserkleidung, Fußboden notfalls mit Giesskanne behandeln. Oder feuchtes Betttuch.

Das beide Temperaturfühler locker waren: Dann waren die Drähte vermutlich grade angelötet. 
(Wie immer: MEHR Bilder von den Aktionen!)

Wärmeleitpaste war schon ab Werk unnötig: Der Wärmefühler ist eine nicht einmal erbsengrosse Pille, 
[Bild: NTC_bead.jpg]
Denmach kein Schalter.
Das Bauteil wurde offenbar nach dem anlöten in das Loch baumelnd gesteckt und dann schlicht vergossen. 
Damit kann auch nichts entdeckt werden.
Möglich ist damit auch, das wegen Dehnungsbehinderung innen der Draht im NTC abgerissen ist. Dann gibt es auch keinen Durchgang. 
Versuche einmal die Anschlussdrähte hinenzudrücken, damit könnte es genügend Kontakt für einen Ohmmetertest (kOhm-Bereich) geben

Kannst weiter zu Testzwecken die beiden Platinenanschlüsse des Temperaturgebers brücken.
Wenn dann Funktion gegeben: Bingo! Mangel gefunden.
Also wird es ein Bauteil sein müssen, das bei etwa max. 100 °C (eher deutlich darunter) niederohmig genug wird, das der Regler als selbstschutz "abschaltet". Das wird durch die verteilen Bauteile konstruktiv festgelegt. Also NTC

Die genannten 170°C beziehen sich auf den Kristall des MOSFET, nicht die des Kühlkörpers!!!
Der wird sehr viel darunter liegen, denn real sind da immer isolierend wirkende Schichten dazwischen. Und auch die Wärmeleitfähiglkeit der Materialien ist begrenzt. 

Es ist NICHT so, das die Temperatur an der Anschraubfläche identisch nit der an der entferntesten Spitze des Kühlkörpers ist. Dazwischen fällt die Temperatur, das ist nicht nur Material- sondern auch bauartabhängig.
Alls quasi thermische Widerstände, welche den maximal möglichen Wärmefluss begrenzen. 
Nur ein Beispiel: Nach Datenblatt beträgt die vorhandene Wärmewiderstand  zwischen Kristall und Gehäuseoberfläche 0.52 K/W (Kelvin je Watt Verlustleistung). 
Heisst: Der Kristall wird für jedes Watt abzuführender Leistung um 0,52 Grad heisser als die Gehäuseoberfläche. 
Bei den propagierten 285 W maximal... Darf der Kühlkorper an der Anschraubfläche nicht wärmer als 175°C - 285W * 0,52 K/W =  175 - 149 = 26 °C werden... eher noch weniger, denn auch die noch so dünn vorhandene Leitpaste hat einen grösseren Wärmeübergangswiderstand als Metall ab Metall direkt aufeinander. Daher ist IMMER eine topfebene, metallisch blanke Oberfläche zueinander besser als die beste Wärmeleitpaste. 
Das ganze ist damit schon seeeeeehr ambitioniert bis quasi unmöglich.
Zudem gelten die zulässigen Stromstärken nach Datenblatt auch nur bis 125 °C, darüber nimmt es bis 175°C auf null(also nix!) Ampere ab.
Maximal zulässige Verlustleistung auch nur bis 25C Kreistalltemperatur, daüber bis 175°C lineal bis null fallend.
Also Vorsicht mit den werbewirksamen Propaganda-Maximaldaten, die nur unter Sonnenscheinbedingungen zutreffen. 
Das GANZE Datenblatt offenbart das, was wirklich möglich ist. Da stehen Dinge drin, die sich gegenseitig aufheben, wenn das drum herum dazu unpassend ist.

Wenn du den Aufdruck des Wärmefühlers sehen möchtest, wirst du die Vergussmasse mit Vorsicht wegpopeln müssen. 
Entweder stehen da Ziffern. Oder Farbringe.

Wenn Temperaturgeber doch ok, reicht einkleben mit Sekundenkleber. 
Drähte jetzt aber mit einem S-Bogen oder Litzenverlängerung für den nötigen mechanischen Dehnungsausgleich bei Temperaturänderungen anlöten.

Neues im Isolierschlauch entweder gleich geeignet mit Schelle befestigen. Oder umständlicher mit 2K-Vergussmasse.

Fehlt nur der nominelle Widerstandswert bei 25 °C.

Aus Beitrag Nr. 6 des Faden "DIY: Vorwiderstände des Innenraumventilator instandsetzen" eine Messreihe zum Thermofühler:
[Bild: attachment.php?aid=1104]

So ins blaue: 10kOhm NTC. Dann sollten sich in etwa diese Kennlinien einstellen.
Falls es wirklich ein 10k NTC sein sollte: schlachte einen älteren Heizungs-Aussen- oder Rohranlegefühler. Da sind oft ebensolche drin.
Sieht doch eher nach 100kOhm NTC aus.

-- 
Tom
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RE: Innenraumlüfter funktioniert nicht mehr - von treckertom - 20.12.2025, 12:25

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